Aus meiner Praxis
KI in der Medizin: Wenn „neutral“ nicht neutral ist
Bias – die stille Ungerechtigkeit in der Medizin
KI in der Medizin: Wenn „neutral“ nicht neutral ist
„Der Arzt hat halt seine Meinung.“ – sagen viele.
„Zum Glück – ich will keinen Algorithmus, ich will einen Arzt mit Erfahrung und Bauchgefühl.“ – sagen andere.
KI in der Medizin klingt für viele nach dem Ende solcher Diskussionen: objektiv, nüchtern, unbestechlich.
Nur: KI ist nicht automatisch neutral. Und genau hier beginnt das Thema Bias – eine stille Schieflage, durch die Ergebnisse für manche Menschen ungenauer werden, ohne dass es auf den ersten Blick auffällt.
Denn KI ist nicht der Gegenpol zum Menschen. KI ist eher ein Spiegel – und manchmal ein Verstärker. Sowohl Menschen als auch Maschinen können systematisch danebenliegen. Der Unterschied ist: Die eine Seite nennt es „Erfahrung“, die andere „Trainingsdaten“.
Arzt vs. KI: Der Mythos vom objektiven Computer
Wir stellen uns gern vor:
- Ärzte sind subjektiv, KI ist objektiv.
- Ärzte sind langsam, KI ist schnell.
- Ärzte machen Fehler aus Stress, KI macht Fehler aus Technik.
Die Realität ist unbequemer – und interessanter:
Ärzte und KI haben eine gemeinsame Schwachstelle: das, was sie „gesehen“ haben.
Beim Menschen sind es Fälle, Lehrmeinungen, Prägungen.
Bei der KI sind es Datensätze, Labels, Messmethoden.
Und wenn dieses „Gesehene“ nicht die ganze Wirklichkeit abbildet, entsteht Bias.
Die Gemeinsamkeiten: Wo beide unfair werden können (ohne es zu wollen)
1) Mustererkennung ist kein Verstehen
Menschen wie KI erkennen Muster. Beides kann brillant sein – und beides kann danebenliegen, wenn das Muster nur für einen Teil der Menschen passt.
2) Der Standardmensch ist eine gefährliche Erfindung
In der Medizin gibt es Normwerte, Leitlinien, typische Verläufe. Das hilft. Aber: Wer davon abweicht (Alter, Geschlecht, Hauttyp, Mehrfacherkrankungen, Sprache, soziale Lage), wird leichter übersehen – vom Menschen und von der KI.
3) Selbstbewusstsein ist kein Qualitätsmerkmal
Ein Mensch wirkt überzeugend, eine KI wirkt mathematisch. Beides kann eine falsche Sicherheit erzeugen – und genau dann wird es riskant.
Die Unterschiede: Wo die KI besser ist – und wo der Mensch
Was KI oft gut kann
- riesige Datenmengen schnell durchsuchen (Bilder, Muster, seltene Konstellationen)
- gleichförmig arbeiten (keine Müdigkeit, keine schlechte Laune)
- bei klaren, gut definierten Aufgaben erstaunlich präzise sein
Was Ärzte oft besser können
- Kontext verstehen: Lebensumstände, Dynamik, Zwischentöne
- „Unordnung“ aushalten: unklare Symptome, gemischte Ursachen
- Verantwortung tragen, priorisieren, erklären, gemeinsam entscheiden
- „Arzt oder Arzt:tin? In diesem Beitrag wird nicht gegendert. Nicht aus Ignoranz, sondern aus Eigenständigkeit. Maschinen folgen Mustern – Menschen dürfen sie brechen.“
Und jetzt der entscheidende Punkt:
KI ist oft besser in dem, was häufig und gut dokumentiert ist. Menschen sind oft besser in dem, was komplex und individuell ist. Bias entsteht, wenn man das verwechselt.
Provokant gesagt: KI kann Vorurteile skalieren
Ein einzelner Arzt kann sich irren. Das ist menschlich.
Eine KI kann denselben Irrtum tausendfach reproduzieren – leise, effizient und mit dem Anschein von Objektivität.
Darum ist die beste Rolle für KI in der Medizin selten „Entscheider“.
Sie ist Zweitblick, Warnsystem, Sortierhilfe – und braucht klare Grenzen.
5 Fragen, die Patienten stellen dürfen (ohne „technikfeindlich“ zu sein)
- „Wurde das System auch an Menschen wie mir getestet (Alter, Vorerkrankungen, Hauttyp, Sprache)?“
- „Ist KI hier entscheidend – oder nur ein Hinweis für den Arzt?“
- „Was passiert, wenn KI und klinischer Eindruck nicht zusammenpassen?“
- „Gibt es eine Alternative ohne KI – oder einen zweiten Blick?“
- „Wie werden meine Daten genutzt und geschützt?“ (Datenschutz/Transparenz)
Und vielleicht der wichtigste Satz:
Die beste Medizin ist nicht „Mensch oder Maschine“.
Sondern Mensch mit guter Maschine – und dem Mut, ihr zu widersprechen, wenn es nötig ist
Kapsel-Kult: Nahrungsergänzungsmittel: Was sinnvoll ist – und was nur teuer
Kapseln, Pulver, Kräuter, Tropfen, Globuli: Wer heute „etwas für die Gesundheit tun“ will, findet sofort ein Produkt. Viele davon versprechen mehr Energie, besseren Schlaf, ein stärkeres Immunsystem, schöne Haut, stabile Nerven. Und manchmal ist es genau das: eine teure Hoffnung in handlicher Verpackung.
Die gute Nachricht: Nahrungsergänzungsmittel können sinnvoll sein.
Die ehrliche Ergänzung: meistens dann, wenn sie gezielt eingesetzt werden – nicht als Rundum-Versicherung.
Warum verkaufen sich Supplements so gut?
Weil sie etwas sehr Menschliches bedienen: den Wunsch nach Kontrolle. Wenn man sich „nicht richtig wohl“ fühlt – diffus müde, innerlich unruhig, erschöpft, schlecht schläft, irgendwie neben sich steht – möchte man sofort etwas tun. Ein Präparat ist schnell gekauft, leicht einzunehmen und vermittelt: „Ich kümmere mich.“
Nur: Dieses unspezifische „Ich fühle mich nicht gut“ hat häufig weniger mit dem einen Vitamin zu tun – und mehr mit einer vegetativen Dysbalance.
Vegetative Dysbalance – was bedeutet das?
Unser autonomes (vegetatives) Nervensystem steuert u. a. Herzschlag, Atmung, Verdauung, Schlaf und Stressreaktionen. Es wechselt zwischen Aktivierung (Anspannung/Alarm) und Regeneration (Ruhe/Erholung). Unter Dauerstress, nach Infekten, bei Schlafmangel, chronischer Überlastung oder auch hormonellen Umstellungen kann dieses System „aus dem Takt“ geraten.
Typische Zeichen können sein:
- nicht erholsamer Schlaf, frühes Erwachen
- innere Unruhe oder im Gegenteil Erschöpfung
- Herzklopfen/Herzstolpern, flache Atmung, Anspannung
- Magen-Darm-Empfindlichkeit, Druckgefühl, wechselnder Appetit
- Benommenheit/Schwindel, Konzentrationsprobleme, Reizbarkeit
In solchen Situationen wird oft viel ausprobiert – und Supplements sind der naheliegende Griff ins Regal. Manchmal entsteht kurzfristig ein „gutes Gefühl“, weil man aktiv wird. Aber ohne Klarheit über Ursachen und Muster bleibt es häufig beim Drehen an kleinen Stellschrauben.
Fazit
Nahrungsergänzungsmittel sind dann gut, wenn sie ein konkretes Problem gezielt lösen – und oft enttäuschend, wenn sie ein diffuses Unwohlsein überdecken sollen.
Wenn Sie möchten, klären wir gemeinsam, was wirklich sinnvoll ist – und vor allem helfe ich dabei, dieses unspezifische „nicht Wohlbefinden“ zu strukturieren, zu verstehen und daraus konkrete, passende Lösungswege abzuleiten.
Aus der Schleife raus
Es beginnt oft banal.
Sie stehen im Supermarkt. Es ist warm, Sie haben wenig getrunken, vielleicht war die Nacht kurz. Plötzlich: Herzklopfen. Nicht „ein bisschen schneller“, sondern so, dass Sie es im Hals spüren. Dann ein Druckgefühl in der Brust – eher Enge als Schmerz. Und beim Umdrehen zur Kasse: Schwindel, als würden Sie gleich wegkippen.
Und dann passiert etwas sehr Typisches:
Der Körper sendet ein Signal – und der Kopf baut in Sekunden eine Geschichte. Herzinfarkt. Rhythmusstörung. Jetzt.
Die Angst schießt hoch, der Atem wird flacher, die Aufmerksamkeit klebt am Körper. Das Herz klopft noch stärker. Der Schwindel nimmt zu. Der Druck wird deutlicher. Eine Schleife entsteht.
Panikattacken können sich genau so anfühlen: Herzrasen, Brustbeschwerden, Schwindel, Luftnot, das Gefühl „gleich passiert etwas Schreckliches“. Und auch wenn es „nur“ Panik ist: Das ist nicht eingebildet. Es ist ein echtes Stressprogramm.
Gleichzeitig gilt: Herzrasen, Druck und Schwindel können auch medizinische Ursachen haben. Darum geht es hier: ohne Panik, aber mit Klarheit.
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Warum sich die Schleife so schnell schließt
Dieses Trio trifft genau die Bereiche, bei denen unser Gehirn sofort „Gefahr“ ruft: Herz, Brust, Gleichgewicht. Und je mehr wir darüber nachdenken, desto stärker wird das, was wir spüren.
Die Schleife sieht oft so aus:
1.Symptom (Herz klopft / Druck / Schwindel)
2.Bewertung („Das ist gefährlich!“)
3.Stressreaktion (Adrenalin, Muskelspannung, flacher Atem)
4.Verstärkung der Symptome
5.Noch mehr Bewertung – und der Kreis beginnt von vorn
Dazu kommt etwas sehr Menschliches: Es ist schwer, damit nach außen zu gehen. Viele schämen sich, weil sie denken, „das ist bestimmt nur Stress“. Oder sie haben Angst, nicht ernst genommen zu werden. Also wird gegoogelt, geschluckt, durchgehalten – und genau das füttert die Schleife.
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Häufige Auslöser (die sich trotzdem dramatisch anfühlen können)
Viele Episoden sind medizinisch nicht gefährlich, aber unangenehm und eindrücklich:
•Zu wenig getrunken / Hitze / zu wenig gegessen → der Kreislauf reagiert empfindlich.
•Infekt, Fieber, Entzündung → der Puls steigt, der Körper arbeitet.
•Herzstolpern (Extrasystolen): oft in Ruhe spürbar, nach Stress, Alkohol oder Schlafmangel.
•Stimulanzien/Medikamente (z. B. viel Koffein, Nikotin, manche Erkältungsmittel).
•Atemdysregulation/Hyperventilation: Bei Angst atmen viele unbemerkt „zu viel“. Das kann Schwindel, Kribbeln, Druckgefühl und Herzklopfen verstärken.
Harmlos heißt nicht „Sie stellen sich an“. Es heißt: Es gibt eine Erklärung – und es gibt einen Weg heraus.
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Abklären lassen: Wann ich Ihnen dazu rate
Nicht als Notfall-Panikbox, sondern als Orientierung: Lassen Sie die Beschwerden bitte ärztlich abklären (je nach Intensität zeitnah), wenn …
•Herzrasen/Palpitationen mit Brustschmerz/Enge, Atemnot oder (Beinahe-)Ohnmacht auftreten
•der Schwindel stark und anhaltend ist oder Sie tatsächlich ohnmächtig werden
•die Beschwerden bei körperlicher Belastung auftreten oder neu und deutlich anders als sonst sind
•Sie eine bekannte Herzerkrankung haben oder relevante Risikofaktoren bestehen
Und wenn Sie sich im Moment einfach nicht sicher fühlen: Hilfe zu holen ist nie „übertrieben“.
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Was Sie in der akuten Situation tun können (ohne sich hochzuschaukeln)
1) Setzen Sie sich hin.
Nicht aus Angst, sondern weil Ihr Kreislauf Stabilität liebt.
2) Verlängern Sie die Ausatmung.
Nicht „mehr Luft holen“, sondern langsamer ausatmen. Das bremst die Stressreaktion oft am schnellsten.
3) Orientieren statt scannen.
Schauen Sie drei Dinge im Raum an, hören Sie drei Geräusche, spüren Sie Ihre Füße am Boden. Damit holen Sie Ihr Nervensystem aus dem Tunnelblick.
4) Einmal kurz prüfen – dann lassen.
Wenn Sie möchten: Puls 15 Sekunden zählen. Dann stoppen. Dauer-Checken füttert die Schleife.
5) Sprechen Sie es aus.
„Ich habe gerade Herzklopfen und mir ist schwindelig. Ich setze mich kurz.“ Allein das senkt häufig den inneren Druck.
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Was eine Abklärung oft leistet (auch wenn „nichts Schlimmes“ gefunden wird)
Wenn jemand mit diesem Symptom-Trio in die Praxis kommt, ist das Ziel nicht „alles wegzudrücken“, sondern sicher einzuordnen. Häufig reichen schon ein gutes Gespräch, Untersuchung und ein EKG, um die Angst vor dem Unbekannten zu lösen.
Denn: Unklarheit ist ein starker Treibstoff der Schleife.
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Wenn medizinisch „alles okay“ ist – und es sich trotzdem nicht okay anfühlt
Dann beginnt der Teil, der mich (hier auf Mallorca, und besonders in Kombination mit pferdegestützter Arbeit) so interessiert:
Das vegetative Nervensystem kann im Alarm bleiben, obwohl organisch nichts Akutes dahinter steckt.
Viele Menschen sagen dann: „Aber es fühlt sich so real an.“
Ja. Genau. Weil es real ist – nur eben Regulations-Realität, nicht zwingend „Gefahr-Realität“.
Und das Gute: Regulation ist lernbar. Schrittweise, ohne Druck.
In meiner Praxis auf Mallorca erlebe ich immer wieder, wie hilfreich es sein kann, Sicherheit nicht nur zu verstehen, sondern zu spüren. Neben der medizinischen Einordnung biete ich auch pferdegestützte, sehr ruhige Settings an: nicht als „Therapie für alles“, sondern als klare körperliche Erfahrung, wie sich ein Nervensystem aus der Schleife heraus wieder organisiert.
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Harmlos → problematisch → gefährlich
Viele Infekte, mit denen Menschen in die Praxis kommen, sind viral bedingt – zum Beispiel Erkältungen, Husten oder Halsschmerzen.
Antibiotika wirken hier nicht. Sie verkürzen den Krankheitsverlauf nicht und verhindern keine Komplikationen.
Wenn ich kein Antibiotikum verschreibe, bedeutet das nicht, dass ich Beschwerden unterschätze.
Ich untersuche sorgfältig und entscheide auf Grundlage medizinischer Kriterien.
Wann eine bakterielle Infektion wahrscheinlicher ist
Entscheidend ist das Gesamtbild aus Beschwerden, Verlauf und Befunden. Hinweise auf eine bakterielle Ursache können sein:
-
eine erneute Verschlechterung nach anfänglicher Besserung, z. B. bei Atemwegsinfekten
-
anhaltendes oder hohes Fieber und ein deutlich reduzierter Allgemeinzustand
-
klar lokalisierte Befunde, etwa eitrig belegte Mandeln oder ausgeprägte einseitige Beschwerden
-
deutlich erhöhte Entzündungswerte im Blut, z. B. CRP oder Leukozyten
Fehlen diese Zeichen, ist eine antibiotische Behandlung meist nicht sinnvoll.
Gezielte Diagnostik statt Antibiotika „auf Verdacht“
Besteht ein begründeter Verdacht auf eine bakterielle Infektion, kann eine gezielte Diagnostik, zum Beispiel ein Rachenabstrich, sinnvoll sein.
So lässt sich die Behandlung am tatsächlichen Erreger orientieren – statt vorschnell ein Antibiotikum einzusetzen.
Dieses Vorgehen entspricht aktuellen europäischen Empfehlungen:
Antibiotika werden nicht routinemäßig, sondern gezielt eingesetzt.
Antibiotika sind wichtige Medikamente.
Ich verschreibe sie dann, wenn sie medizinisch notwendig sind – und lasse sie bewusst weg, wenn sie keinen Nutzen bringen.
Auch das ist gute Medizin.
Dein Rezept 2026?!
Ich esse weniger Zucker,
und auch weniger Fett,
mehr Gemüse, mehr Hafer,
und mein Bauch wird bald… nett.
Ich trinke weniger Wein,
mehr Wasser, vielleicht Tee,
ich gehe früher ins Bett,
und stehe fröhlich auf – ok?
Ich mache Sport, und zwar richtig,
ausdauernd, stark, nicht schwach,
zehntausend Schritte am Tag,
und Treppen – Gott, trepp’ ich mich wach.
Ich atme tiefer und öfter,
hab’ Gelassenheit im Blick,
und wenn der Puls mal höher schlägt,
dann nennt man’s Yoga – oder Tick.
Ich plane ein Leben voller Ordnung,
gesund, bewusst, mit klarem Sinn –
und schreibe das mit todernster Miene
im Blog einer Ärztin – die weiß, dass ich eh nie so bin.
So viele Dinge auf der Liste,
ein Marathon in Kopf und Herz –
doch eigentlich geht’s um was Einfaches
und das erspart uns jeden großen Schmerz:
Ich bleibe
ganz –
ich.
Mehr braucht’s nicht,
für mich.
Frohes Neues Jahr!
Der Weihnachtsbaum erzählt
Ich stehe im Wohnzimmer.
Seit dem Nachmittag.
Man hat mich hereingetragen, aufgerichtet, festgebunden.
Die Lichter gehen an. Wieder aus. Wieder an.
Jemand tritt zwei Schritte zurück und sagt nichts.
Später kommen die Menschen.
Jacken werden abgelegt, Stimmen werden lauter, dann wieder leiser.
Der Raum füllt sich.
Am Anfang sprechen sie über das Essen.
Über Arbeit. Über Kinder.
Einige sitzen, andere stehen. Niemand sitzt ganz still.
Nach dem Essen verändert sich etwas.
Nicht abrupt, eher allmählich.
Ein Satz fällt.
Er ist nicht laut.
Jemand antwortet sofort. Jemand anderes nicht.
Stühle rücken.
Ein Glas wird fester gehalten.
Eine Stimme hebt sich leicht.
Es geht um Dinge, über die sie schon öfter gesprochen haben.
Und über Dinge, über die sie sich selten einig sind.
In manchen Familien geht es um Politik.
In anderen um Krankheit, Entscheidungen, Vergangenheit.
Hier werden Namen genannt. Dort Jahreszahlen.
Ein Kind schaut auf ein Handy.
Ein Erwachsener sagt: „So war das aber nicht.“
Jemand steht auf und geht in die Küche.
Er kommt später zurück.
Ein anderer sagt lange nichts mehr.
Die Lichter spiegeln sich in den Kugeln.
Ich stehe da.
Später werden Geschenke verteilt.
Papier raschelt.
Man bedankt sich.
Nicht alle gleichzeitig.
Ein Schritt zurück
Solche Situationen sind vertraut.
Sie wiederholen sich in vielen Familien –
unabhängig davon, welche Themen gerade verhandelt werden
oder in welchem Land man lebt.
Was dabei im Inneren geschieht,
entzieht sich oft der bewussten Wahrnehmung.
Es folgt anderen Regeln als Argumente oder Absichten.
Was dabei im Körper geschieht
Der menschliche Körper ist auf Überleben ausgerichtet.
Lange bevor es Gespräche über Politik, Familie oder Vergangenheit gab,
musste schnell entschieden werden, ob eine Situation gefährlich ist.
Diese uralten Mechanismen wirken bis heute.
Wenn Menschen sich angegriffen, ausgeschlossen oder abgewertet fühlen,
reagiert der Körper, als stünde etwas auf dem Spiel.
Er wird wacher, gespannter, weniger geduldig.
Der Blick verengt sich, Reaktionen werden schneller.
Körperlich steigt die innere Spannung.
Der Puls beschleunigt sich, die Atmung wird flacher,
Muskeln sind bereit, zu handeln.
Das geschieht ohne bewusste Entscheidung.
Nicht, weil jemand streiten will,
sondern weil das Nervensystem Sicherheit sucht.
Dabei sind immer alle drei Ebenen des Menschen gleichzeitig aktiv:
der Körper, der Spannung, Enge oder Unruhe physisch wahrnimmt,
die Psyche mit Gefühlen wie Angst, Ärger oder Rückzug,
und das vegetative Nervensystem, das Erregung und Beruhigung reguliert.
Kein Teil funktioniert isoliert.
Was innerlich als Bedrohung erlebt wird,
zeigt sich körperlich –
und beeinflusst wiederum Denken, Fühlen und Verhalten.
Deshalb verändern sich Gespräche manchmal,
ohne dass der Ton deutlich lauter geworden ist.
Der Körper ist bereits einen Schritt weiter als der Verstand.
Schluss
Der Weihnachtsbaum steht still.
Er hört zu.
Er sieht, was geschieht.
Danach geht der Abend weiter.
Nicht alles ist geklärt.
Aber alles ist passiert.
Manche Spannungen lösen sich.
Andere nicht.
Der Körper erinnert sich.
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An die Menschen:
Schweinepest ist für Menschen nicht gefährlich.
Sie ist nicht übertragbar, auch nicht durch Lebensmittel.
Das Virus betrifft nur Schweine und Wildschweine.
Schweinegrippe ist etwas anderes – da kannst du dich anstecken.
Und einmal pro Woche Fleisch essen reicht.
An die Schweine:
Du hast Pech, wenn der Virus zu dir kommt.
Und du hast Pech, wenn der Virus nicht zu dir kommt.
Du hast überhaupt Pech.
Du wirst sterben.
Vitamin D im Mittelmeerraum – warum ein Mangel trotz Sonne häufig ist
Vitamin D ist für gesunde Knochen, ein stabiles Immunsystem und zahlreiche Stoffwechselprozesse unverzichtbar. Obwohl der Körper Vitamin D durch Sonnenlicht selbst bilden kann, zeigen Studien, dass ein Mangel selbst im Mittelmeerraum häufig vorkommt. Der Grund: In den heißen Monaten wird die intensive UV-B-Strahlung oftmals gemieden, und in den Wintermonaten reicht die Sonneneinstrahlung häufig nicht aus, um stabile Vitamin-D-Spiegel im Blut zu halten.
Da die Versorgung über die Ernährung nur einen kleinen Teil abdeckt, kann es sinnvoll sein, den Vitamin-D-Status regelmäßig zu kontrollieren. Bei nachgewiesenem Mangel empfiehlt sich eine gezielte Supplementierung, um Knochenstabilität, Muskelfunktion und Immunabwehr zu unterstützen.
Regelmäßige medizinische Kontrolle hilft dabei, Über- und Unterversorgung zu vermeiden und den individuellen Bedarf optimal einzustellen.